Oft­mals wird bei Ren­di­te­pro­gno­sen die Inflation nicht berück­sich­tigt. Wes­halb dies ein fata­ler Feh­ler sein kann und was genau es mit der Inflation auf sich hat und wel­che Aus­wir­kun­gen sie auf den Vermögens­aufbau haben kann, erfährst du im fol­gen­den Beitrag

 

 1. Was ist über­haupt Inflation?

Unter Inflation ver­steht man den über meh­re­re Peri­oden anhal­ten­den Anstieg des Preis­ni­veaus. Man spricht hier auch vom Kauf­kraft­ver­lust. Von der Infla­ti­ons­ra­te ist die Rede, wenn man die pro­zen­tua­le Ver­än­de­rung des Preis­ni­veaus aus­drü­cken will.

Bekam man zum Bei­spiel vor 10 Jah­re noch einen Döner für 4€, so kos­tet er heu­te schon 5€ und das obwohl er immer noch gleich groß ist. So gese­hen haben die 4€ vor 10 Jah­ren heu­te eine Kauf­kraft von 5€. Für die­ses Phä­no­men gibt es zwei mög­li­che Grün­de. Ent­we­der wird mein Geld weni­ger wert oder die Pro­duk­te wer­den teu­rer. Der Wert von Geld wird dann gerin­ger, wenn mehr Geld im Umlauf ist und ein Pro­dukt wird teu­rer, wenn das Pro­dukt stär­ker nach­ge­fragt als ange­bo­ten wird. In die­sem Fall spricht man auch von Produktknappheit.

 

Fol­gen­de Arten von Inflation gibt es:

1. Nach­fra­ge – Inflation

Die Nach­fra­ge nach einem Pro­dukt steigt so gewal­tig an, dass die Indus­trie nicht genü­gend Waren pro­du­zie­ren kann. Somit bekommt nicht jeder Nach­fra­ger auch ein Pro­dukt und die Anbie­ter kön­nen dem­entspre­chend die Prei­se erhöhen.

2. Kos­ten – Inflation

Hier­bei stei­gen die Prei­se von volks­wirt­schaft­lich wich­ti­gen Res­sour­cen, wie zum Bei­spiel Erd­öl auf­grund von Roh­stoff­knapp­hei­ten. Die teu­ren Prei­se bei der Pro­duk­ti­on wer­den dann in Form von Preis­stei­ge­run­gen an den Kun­den weitergegeben.

3. Geld­men­gen­ge­trie­be­ne Inflation

Dies geschieht durch eine Erhö­hung der Geld­men­gen auf Grund von expan­si­ver Fis­kal­po­li­tik des Staa­tes. Hier­bei senkt der Staat zum Bei­spiel den Leit­zins und för­dert so die Kre­dit­ver­ga­be. Durch die gestei­ger­te Kre­dit­nach­fra­ge ent­steht eine viel grö­ße­re Geld­men­ge im Markt. Dann erhö­hen die Anbie­ter ihre Prei­se da sie wis­sen, dass die Nach­fra­ger mehr Geld besitzen.

 

Doch wie wird die Inflation gemessen?

In Deutsch­land wird die Inflation vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt in Wies­ba­den anhand eines Waren­korbs gemes­sen. In die­sem ima­gi­nä­ren Waren­korb wer­den die sta­tis­ti­schen Kos­ten eines pri­va­ten Haus­halts zusam­men­ge­fasst. Die Prei­se für den Waren­korb wer­den dann jede Peri­ode mit der vor­he­ri­gen Peri­ode ver­gli­chen und dar­aus wird schließ­lich die Infla­ti­ons­ra­te berechnet.

Der Waren­korb bil­det den Deut­schen Durch­schnitts­haus­halt (mit 2,3 Per­son im Schnitt) mit des­sen durch­schnitt­li­chen Kon­sum ab.

 

Der durch­schnitt­li­che Waren­korb teilt sich dann in etwa so auf:

Die jewei­li­ge Infla­ti­ons­ra­te wird nun wie folgt berechnet:

Bei­spiel zur Verdeutlichung:

Der Waren­korb besteht aus je 1 Bana­nen, Sei­fe, Jeans, Wasch­ma­schi­ne und einem ein­ma­li­gen Frisörbesuch.

Im Jahr 1 kos­tet Bana­ne, Sei­fe, Jeans, Wasch­ma­schi­ne und der Fri­sör­be­such zusam­men 1.000€

Im Jahr 2 kos­tet Bana­ne, Sei­fe, Jeans, Wasch­ma­schi­ne und der Fri­sör­be­such zusam­men 1.100€

Die Infla­ti­ons­ra­te vom Jahr 1 auf das Jahr 2 wird nun wie folgt berechnet

2. Die Infla­ti­ons­ent­wick­lung der letz­ten Jahre

Über­sicht über die Infla­ti­ons­ent­wick­lung der letz­ten 10 Jah­re (2010–2019)

Anhand die­ses Schau­bil­des lässt sich erken­nen, dass die Inflation im letz­ten Jahr­zehnt zwi­schen 0,5 und 2,1 % geschwankt ist. Dies ist ganz im Sin­ne der EU, die sich eine Infla­ti­ons­ra­te von ca. 2% wünscht.

Selbst­ver­ständ­lich ist die per­sön­li­che Infla­ti­ons­ra­te nicht iden­tisch mit der all­ge­mein ermit­tel­ten Infla­ti­ons­ra­te vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt, da der per­sön­li­che Waren­korb anders aus­schaut, als der des deut­schen Durch­schnitts­haus­halts. Um die eige­ne Infla­ti­ons­ra­te berech­nen zu kön­nen, stellt das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt einen per­sön­li­chen Infla­ti­ons­rech­ner zur Verfügung.

Die 3 Stu­fen der Inflation

1. Die schlei­chen­de Inflation < 5%

2. Die galop­pie­ren­de Inflation < 20%

3. Hyper­in­fla­ti­on ab 50%

> Gera­de eine Hyper­in­fla­ti­on, wie damals nach dem ers­ten Welt­krieg ist sehr gefähr­lich, da Geld so gut wie kei­nen Wert mehr besitzt und man zum Tausch­han­del zurück­kehrt. So wur­den unter ande­rem Lebens­mit­tel für meh­re­re Mil­lio­nen Mark gehandelt.

 

Defla­ti­on:

Der direk­te Gegen­spie­ler zur Inflation ist die Defla­ti­on. Bei der Defla­ti­on sinkt die Geld­men­ge, Lebens­mit­tel und ande­re Inves­ti­ti­ons­gü­ter gewin­nen nicht, wie etwa bei der Inflation an Wert, son­dern ver­lie­ren sogar. Eine Defla­ti­on ent­steht unter ande­rem durch erhöh­te Leit­zin­sen. Erhöh­te Leit­zin­sen bedeu­ten ein schlech­te­res Kre­dit­zins­ni­veau (dadurch sinkt die Kre­dit­nach­fra­ge) und eine Redu­zie­rung der all­ge­mei­nen Geldmenge.

 

3. Die Aus­wir­kun­gen der Inflation auf den Vermögensaufbau

Das größ­te Risi­ko bei der Inflation ist, dass wir sie oft über­haupt nicht ein­kal­ku­lie­ren oder noch schlim­mer sie über­haupt nicht wahr­neh­men. Vor allem bei der schlei­chen­den Inflation wer­den mini­ma­le Preis­stei­ge­rung von Waren kaum wahr­ge­nom­men, dies nimmt man in Kauf, da das eige­ne Ein­kom­men im Nor­mal­fall mit der Inflation mit­wächst. Aber wie sieht es mit dem Ver­mö­gen aus? Dein bestehen­des Geld­ver­mö­gen wächst eben nicht mit der Inflation, son­dern es ver­liert ste­tig an Wert, näm­lich in Höhe der Infla­ti­ons­ra­te. Gera­de in Zei­ten der Nied­rig­zins­pha­sen ist es fast unmög­lich den Wert­ver­lust durch die Spar­buch­ver­zin­sun­gen aus­zu­glei­chen. Wich­tig hier­bei ist es, den Unter­schied von Nomi­na­ler und Rea­ler Ren­di­te zu ken­nen. Die rea­le Ren­di­te ist die nomi­na­le Ren­di­te abzüg­lich der Inflation.

Rea­le Ren­di­te = Nomi­na­le Ren­di­te –           Inflationsrate

Fol­gen­des Bei­spiel zur Verdeutlichung

Ein Spa­rer spart 30 Jah­re jeden Monat 500€ und bekommt dafür 2,5%. Außer­dem geht man von einer durch­schnitt­li­chen Inflation von 2% aus.

Nach den 30 Jah­ren hat der Spa­rer 180.000€ ein­ge­zahlt und hat dar­auf dann knapp 87.000€ Zin­sen bekom­men. Das macht eine Gesamt­s­par­sum­me von 267.000€.

Zieht man nun aber von der 2,5% Ver­zin­sung die 2% Inflation ab, so kommt man auf 14.000€ Zin­sen und eine Gesamt­s­par­sum­me von 194.000€. Das sind 14.000€ mehr als die selbst ein­ge­brach­ten 180.000€. Die Inflation raubt dir so zusa­gen 73.000€ (267.000- 194.000).

Depot – Empfehlung (*)

 

Con­sors­bank

Wer­be­hin­weis:

(*) Pro­vi­si­ons- und Affi­lia­te-Links: Als Part­ner von Amazon.com & Digistore24 ver­die­ne ich an qua­li­fi­zier­ten Ver­käu­fen bzw. Ver­mitt­lun­gen. Hier­bei ent­ste­hen euch selbst­ver­ständ­lich kei­ne Zusatzkosten.

Details in meiner

Datenschutz­erklärung.

The­me Empfehlung (*)

 

Designers Inn WordPress Themes Galerie

zu Desi­gners Inn

Ihre Anmel­dung konn­te nicht gespei­chert wer­den. Bit­te ver­su­chen Sie es erneut.
Ihre Anmel­dung war erfolg­reich. Bit­te schau­en sie in ihr Email Post­fach und schlie­ßen sie die Regis­trie­rung ab.

News­let­ter

Mel­den Sie sich zu unse­rem News­let­ter an, um auf dem Lau­fen­den zu bleiben.

Literatur­empfehlung (*)

Das ETF Investment

von Patrick Strasser

Depot Emp­feh­lung

 

 

Tra­de Republic 

Dis­c­lai­mer:

Ach­tung: Die unter smart-nab.com  ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel und Tex­te stel­len kei­ne Anla­ge­be­ra­tung oder Steu­er­be­ra­tung dar, eben­so wenig eine Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Wert­pa­pie­ren. Ich ver­öf­fent­li­che hier ledig­lich mei­ne per­sön­li­che Mei­nung. Akti­en, ETFs und Fonds sind immer mit Risi­ken behaf­tet. Auch ein Total­ver­lust des ein­ge­setz­ten Kapi­tals ist mög­lich. Trotz gewis­sen­haf­ter Recher­che kann und wer­de Ich für die Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit der Infor­ma­tio­nen kei­ne Haf­tung über­nom­men. Beach­tet bit­te auch noch ein­mal mei­nen geson­der­ten Dis­c­lai­mer als Teil des Impressums.

Um Ver­mö­gen auf­bau­en zu kön­nen muss man also min­des­tens eine Ren­di­te in Höhe der Inflation erzie­len. Dabei ist noch zu erwäh­nen, dass eine Ver­zin­sung von 2,5% auf Spar-/oder Tages­geld­kon­ten momen­tan uto­pisch ist. Am Kapi­tal­markt dage­gen, sind durch­schnitt­li­che Nomi­nal­ren­di­ten von 6–7% kei­ne Sel­ten­heit, son­dern sogar fast die Regel, wenn man auf glo­ba­le ETFs wie den MSCI World schaut. Wie sich das gan­ze auf den Vermögens­aufbau aus­wirkt sieht man in Bei­spiel 2

Bei­spiel 2

Nun legt der Spa­rer die 500€ in einen MSCI World ETF mit einer Durch­schnitts­ren­di­te von 6% an, die rest­li­chen Anga­ben blei­ben gleich.

Nach den 30 Jah­ren hat der Spa­rer 180.000€ ein­ge­zahlt und hat dar­auf dann knapp 310.000€ Zin­sen bekom­men. Das macht eine Gesamt­s­par­sum­me von 490.000€.

Zieht man nun aber von der 6% Ver­zin­sung die 2% Inflation ab, so kommt man auf 164.000€ Zin­sen und eine Gesamt­s­par­sum­me von 344.000€. Das sind 164.000€ mehr als die selbst ein­ge­brach­ten 180.000€. Die Inflation raubt dir so zusa­gen 146.000€ (490.000- 344.000).

Durch den bei grö­ße­ren Sum­men bes­ser zur Gel­tung kom­men­den Zin­ses­zins­ef­fekt kann die Inflation aus­ge­gli­chen wer­den und ordent­lich Ver­mö­gen auf­ge­baut wer­den. Posi­tiv auf den Zin­ses­zins­ef­fekt wir­ken sich nicht nur gro­ße Beträ­ge, son­dern auch ein lan­ger Anla­ge­zeit­raum aus. (Blog)

Bei Spar­an­la­gen außer­halb des Kapi­tal­markts ist es aller­dings bei­na­he unmög­lich mit dem Zinses­zins die Inflation aus­zu­glei­chen, auf­grund des nied­ri­gen Zinsniveaus.

 

Noch extre­mer als bei Spar­plä­nen wirkt sich die Inflation bei Ein­mal­in­ves­ti­tio­nen aus, wie man aus fol­gen­den zwei Tabel­len erken­nen kann.

 

Hier die all­ge­mei­ne Inflationstabelle

 

Hier das Gan­ze am kon­kre­ten Fall einer Ein­mal­in­ves­ti­ti­on von 1.000€

Es gibt aber auch Inves­ti­tio­nen, deren Wert durch die Inflation steigt. Die Rede ist von Sach­wer­ten. Ein Sach­wert ist zum Bei­spiel eine Immo­bi­lie. Aber auch Akti­en oder ETFs gehö­ren zu den Sach­wer­ten, da die Unter­neh­men ja Pro­duk­te her­stel­len, die durch die Inflation auch an Wert gewinnen.

 

Fazit:

 

Abschlie­ßend ist zu sagen, dass die Inflation unbe­dingt mit­ein­kal­ku­liert wer­den muss, wenn es um den Vermögens­aufbau geht. Sach­wer­te wie Akti­en und ETFs ver­lie­ren zwar nicht ganz stark durch die Inflation, wie Geld­wer­te (Spar­kon­ten), doch auch die Ren­di­te­pro­gno­se am Kapi­tal­markt wird durch die Inflation geschmä­lert. Durch den Zinses­zins kann bei lang­fris­ti­gem Anla­ge­ho­ri­zont die Inflation aus­ge­gli­chen und außer­dem noch tol­le Ren­di­ten erzielt wer­den. Auf­pas­sen muss man in jedem Fall auf Geld­wer­te wie Spar-/oder Tages­geld­kon­ten, die trotz ver­meint­lich posi­ti­ver Nomi­nal­ren­di­te eigent­lich auf­grund der Inflation nega­tiv ver­zinst wer­den, also mit jedem Tag weni­ger wert sind. Auf­grund die­sen Wis­sens ist es nicht beson­ders cle­ver, sein Ver­mö­gen auf dem Spar­kon­to zu hor­ten, anstatt es gewinn­brin­gend breit gestreut am Kapi­tal­markt zu investieren.

 

Ihre Anmel­dung konn­te nicht gespei­chert wer­den. Bit­te ver­su­chen Sie es erneut.
Ihre Anmel­dung war erfolg­reich. Bit­te schau­en sie in ihr Email Post­fach und schlie­ßen sie die Regis­trie­rung ab.

News­let­ter

Mel­den Sie sich zu unse­rem News­let­ter an, um auf dem Lau­fen­den zu bleiben.

Depot – Empfehlung

 

 

Con­sors­bank

Wer­be­hin­weis:

(*) Pro­vi­si­ons- und Affi­lia­te-Links: Als Part­ner von Amazon.com & Digistore24 ver­die­ne ich an qua­li­fi­zier­ten Ver­käu­fen bzw. Ver­mitt­lun­gen. Hier­bei ent­ste­hen euch selbst­ver­ständ­lich kei­ne Zusatzkosten.

Details in meiner

Datenschutz­erklärung.

Dis­c­lai­mer:

 

Ach­tung: Die unter smart-nab.com  ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel und Tex­te stel­len kei­ne Anla­ge­be­ra­tung oder Steu­er­be­ra­tung dar, eben­so wenig eine Emp­feh­lung zum Kauf oder Ver­kauf von Wert­pa­pie­ren. Ich ver­öf­fent­li­che hier ledig­lich mei­ne per­sön­li­che Mei­nung. Akti­en, ETFs und Fonds sind immer mit Risi­ken behaf­tet. Auch ein Total­ver­lust des ein­ge­setz­ten Kapi­tals ist mög­lich. Trotz gewis­sen­haf­ter Recher­che kann und wer­de Ich für die Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit der Infor­ma­tio­nen kei­ne Haf­tung über­nom­men. Beach­tet bit­te auch noch ein­mal mei­nen geson­der­ten Dis­c­lai­mer als Teil des Impressums.